Stiftung auch nicht für die Ewigkeit

Zur Regelung der Unternehmensnachfolge hatten sich in den frühen 70ziger des 20. Jahrhunderts der Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und der hochangesehene Rechtsanwalt aus einer hessischen Großstadt ausgedacht, dass das Familienunternehmen zukünftig von einer gemeinnützigen Stiftung geführt wird. Operativ betreibt eine GmbH das Unternehmen. Die Stiftung ist Gesellschafter der GmbH und Grundeigentümer.

Beide Herren sind nach fast 40 Jahren noch immer im Vorstand der Stiftung. Der Anwalt wurde vergangenes Jahr 80 Jahre alt. Und so langsam ist der Lack beim Traditionsunternehmen ab:

Eine große Bank betreibt Zwangsvollstreckung in das Vermögen der Stiftung. Das ist bestimmt nicht der erste Schritt in der Eskalationsskala bei einem wackligen Kreditengagement.

Hoffentlich holen sich der Anwalt und der Steuerberater fachkundigen Rat. Damit das Lebenswerk nicht mit einem Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzverschleppung gekrönt wird. Könnte aber zu spät sein.

Unternehmensnachfolge ist nicht mit der Rechtsformwahl erledigt, sondern muss immer Generation für Generation erarbeitet werden.

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