“Da geh’ ich lieber in den Garten, da weiss ich, was ich bekomm”

Gestern hatte ich mich mit meiner Kollegin über eine patente Frau unterhalten, die wir vor Jahren getroffen hatten. Die Dame, knapp 70 Jahre alt, wollte früher Kommissarin werden, damals hat die Polizei aber noch keine Frauen beschäftigt.

Heute ist Frau Kirsch am Telefon:

Ich habe für den Insolvenzverwalter gearbeitet, ein Dankschreiben erhalten und jetzt bekomm ich mein Geld nicht wegen Masseunzulänglichkeit.

Nie wieder würde Sie für einen Verwalter arbeiten ohne Vorkasse. “Da gehe ich lieber in den Garten, da weiss ich, was ich bekomm!”. Man kann prüfen: § 61 InsO liegt immer nah bei Masseunzulänglichkeit (§ 208 InsO). Ob sich der Aufriss lohnt, steht auf einem anderen Blatt. Ich neige bei solchen Angelegenheiten eher dazu, das ganze als Lehrgeld abzuhandeln. Schlechte Energie aus schlechten Erfahrungen sollte man hinter sich lassen.

Frau Kirsch ärgert sich aber zurecht:Der Verwalterkollege hat wohl teilweise noch Masseverbindlicheiten bezahlt, die vor der Anzeige der Masseunzulänglichkeit entstanden waren.

Es geht nicht um sehr viel Geld. Aber der Ärger nagt bei der Dame, weil sie benutzt wurde.

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