Archive for the 'Schuldner' Category

Unzustellbar

Juli 25th, 2008

Das Finanzamt vermisst von einem Ex-Mandanten die Steuererklärungen für 2006. Der Mann ist tot und pleite.
Das ist der Behörde auch bekannt. Heute erreicht mich ein Schreiben vom Amt:
Nach §§ 328, 333 AO werden folgende Zwangsgelder gegen Sie festgesetzt:
Einkommensteuer 2006    150,00 EUR
Umsatzsteuer 2006           150,00 EUR
Bitte überweisen Sie bis zum 28. Juli 2008.
Ich bin mal gespannt, wie [...]

Kaufsucht

Juli 22nd, 2008

Das ZDF-Magazin Frontal 21 berichtet über Menschen, die kaufen ohne Rücksicht auf Geld und Bedarf. Eine Krankheit.

Unterhalten

Juli 20th, 2008

Zurück von ein paar Tagen unterwegs und der Blick in den Posteingang. Ein Amtsgericht schreibt mir als IK-Treuhänder:
in obiger Sache wird angefragt warum beim Schuldner beide Kinder als unterhaltspflichtig zu rechnen sind. Die Ehefrau verdient das 10-fache des Schuldners und kann wenigsten hälftig bzw. ganz für deren Unterhalt aufkommen.
Nach Aktenlage sind die Kinder minderjährig und [...]

Himmel oder Hölle

Juli 11th, 2008

Wenn der Insolvenzverwalter und der Schuldner keine Basis für die Zusammenarbeit finden, geht das Verfahren - sagen wir mal - nicht optimal aus. Ich denke gerade an die Insolvenzen von Kleinunternehmern.
Das Instrumentarium der Insolvenzordnung lässt sich aber mit den Notwendigkeiten bei der Insolvenz eines Kleinunternehmers nicht praktisch anwenden. Das beginnt schon damit, dass bei den [...]

Mit dem Schlussbericht zum Chef

Juli 10th, 2008

Der Schuldner arbeitet in einem sensiblen Bereich - Finanzbranche. Es war schon ein kleines Wunder, dass er seinen Job nicht verloren hat als ich zum Treuhänder im Verbraucherinsolvenzverfahren bestellt wurde.
Die Anwicklung hat gut geklappt. Heute meldet er sich und berichtet:
“Ich habe Ihren Schlussbericht meinem Chef vorgelegt. Ich werde befördert.”
Schön und selten. Dazu gibt es eine [...]

Stiftung auch nicht für die Ewigkeit

Juli 5th, 2008

Zur Regelung der Unternehmensnachfolge hatten sich in den frühen 70ziger des 20. Jahrhunderts der Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und der hochangesehene Rechtsanwalt aus einer hessischen Großstadt ausgedacht, dass das Familienunternehmen zukünftig von einer gemeinnützigen Stiftung geführt wird. Operativ betreibt eine GmbH das Unternehmen. Die Stiftung ist Gesellschafter der GmbH und Grundeigentümer.
Beide Herren sind nach fast 40 Jahren noch [...]

Formularfalle IK-Antrag

Juli 4th, 2008

Wer einem Verbraucher die Restschuldbefreiung vereiteln will, sucht nach Fehlern beim Ausfüllen des Formulares. Muss in dem Formular zum Beispiel angegeben werden, dass man bei den Eltern mietfrei wohnt?
Das Landgericht hat dem Schuldner die Restschuldbefreiung gemäß § 300 Abs. 2, § 296 Abs. 1 Nr. 6 InsO (tatsächlich gemeint sein dürften die §§ 289 Abs. [...]

Sichergestellt?

Juli 4th, 2008

Das Amtsgericht bestellt einen schwachen vorläufigen Insolvenzverwalter. Auf Briefbogen der Schuldnerin schreiben die Geschäftsführer einem kleinen Lieferanten:
Der Geschäftsbetrieb wird fortgesetzt. Wir bitten Sie, die Geschäftsbeziehung aufrecht zu erhalten und unsere Bestellungen wie bisher zu bearbeiten. Im Einvernehmen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter bestätigen wir Ihnen, dass die Bezahlung der Lieferungen und Leistungen, die ab dem Zeitpunkt [...]

Neuen Job verschwiegen

Juli 1st, 2008

Der Schuldner hatte seit einigen Wochen einen neuen Job. Das hat der dem Vollstreckungsbeamten des Finanzamtes nicht auf die Nase gebunden, was der Vollziehungsbeamte in das Protokoll aufgenommen hat. Einige Monate später eröffnet das Amtsgericht auf Antrag des Schuldners das Insolvenzverfahren - der Schuldner beantragt Restschuldbefreiung.
Das Finanzamt beantragt im Schlusstermin, dem Schuldner die Restschuldbefreiung zu [...]

Lebenszeichen

Juni 30th, 2008

Der Ex-Mandant hatte nachhaltig gedroht sich umbringen, weil sich die Realität nicht seinen Vorstellungen angepasst hat. Für mich ist so eine Wendung der Punkt, das Mandat zu beenden und der Seelsorge Bescheid zu geben. Ich bin kein Psychologe.
Er hat es nicht getan. Das Lebenszeichen kam in Form einer Telefonnotiz:
Herr Z. wollte sie sprechen.
Nachdem sie [...]